Hamburg/Helsinki. Als erste Fluggesellschaft weltweit nutzt die finnische Fluggesellschaft Finnair ein Modell zur Erstellung von Dienstplänen, das Wachsamkeitsspannen von Flugzeugbesatzungen einberechnet. Das System hat Finnair auf Basis des Boeing Alertness Models (BAM) entwickelt und ausgiebig wissenschaftlich getestet. Es liefert einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der Flugsicherheit und wird im Rahmen des Müdigkeits-Risikomanagements (Fatigue Risk Management System) von Finnair eingesetzt.
"Die Einführung ist ein wichtiger Meilenstein zur Verbesserung des Wohlbefindens der Flugzeugbesatzung und der Sicherheit. Bisher wurden Dienstpläne sehr subjektiv gestaltet. Das neue Modul unterstützt unsere Dienstplanungen anhand wissenschaftlich gesammelter Informationen", erklärte Finnairs Vizepräsident für Sicherheit und Qualitätsmanagement Antti Aukia bei der Vorstellung.
In der Entwicklungsphase arbeitete Finnair eng mit dem amerikanischen Unternehmen Jeppesen zusammen. Insgesamt 34 Piloten der Fluggesellschaft beteiligten sich an 400 Forschungstagen an dem Projekt. Fatigue Risk Management wird in Zukunft für alle Fluggesellschaften obligatorisch. Bereits in diesem Herbst wird Finnair das System in vollem Umfang umsetzen.